Lena Wingen Public Relation_Titel

Interview mit Lena Wingen – Gründerin von Lena Wingen Public Relations

Wie kann ich mit meinem Business noch mehr gesehen werden? Wie erreiche ich noch mehr passende Kunden? Wie baue ich eine erfolgreiche und authentische Marke auf? – Fragen wie diese begegnen uns fast täglich. Genauso wie die Antworten dazu, die wir (insbesondere) auf Social Media lesen: Ein schönes Instagram-Profil, hochwertiger Content auf deinem Blog und LinkedIn und eine ausgeklügelte Pinterest-Strategie sind nur einige der Punkte, die wir als Antwort bekommen. Natürlich sind all diese Punkte auch wichtig und richtig. Eine Sache wird allerdings immer noch zu selten erwähnt: Die Pressearbeit.

Die Pressearbeit ist ein großartiges und wichtiges Instrument, um gesehen zu werden und für das eigene Unternehmen die richtigen Geschäftspartner und Kunden anzuziehen. Diesem Bereich hat sich unsere heutige Interview-Partnerin und Blossy-Expertin Lena Wingen gewidmet. Im Interview verrät sie uns, wie ihr bisheriger Weg in der Selbstständigkeit aussah und warum PR wirklich ein sehr wichtiges Thema für jeden Selbstständigen ist – klein wie groß.

Mein größter Tipp ist es, klar zu priorisieren und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Lena Wingen


Blossy: Herzlich willkommen, liebe Lena. Schön, dass du heute im Interview mit dabei bist. Erzähl doch mal: Wie bist Du auf die Idee gekommen, dich in der PR selbstständig zu machen? Gab es einen bestimmten Punkt, an dem Du dir dachtest „Das ist es!“?

Lena Wingen: Ich hatte einige schlechte Erfahrungen in Agenturen gesammelt. Meine Projekterfahrung war schon sehr ausgedehnt und trotzdem arbeitete ich für einen Hungerlohn. Als dann noch ein wirklich schlechter Umgang mit Kunden hinzukam, habe ich mir gedacht: Das kann ich besser. Kurze Zeit später hatte ich auch schon meinen Gewerbeschein in der Hand.

Du bietest zum einen an, die Pressearbeit deiner Kunden komplett zu übernehmen und zum anderen, sie durch verschiedene Leistungen dabei zu unterstützen, ihre Pressearbeit selbst zu machen. Was macht diese Kombination für dich besonders spannend?

Die hohe Flexibilität. Ich finde es essenziell, dass mein Kunde meine Arbeit versteht. Hat er einmal seine Pressearbeit selber gemacht, kennt er die Prozesse und hat einen ganz anderen Blick auf meinen Service. Für kleinere Unternehmen lohnt sich das Outsourcen anfangs noch nicht. Durch meine Produkte und Services kann ich ganz individuell auf den Kunden und auf jedes Budget eingehen. 

Deine Erfahrung in der PR hast du nicht nur als Selbstständige, sondern auch als Angestellte gesammelt. Was ist für dich der größte Pluspunkt, den du nun als Selbstständige genießt?

Ich kann arbeiten, wann, wo und wie viel ich möchte. Wenn ich an meine Zeit als Angestellte denke, dann graust es mich schon ein bisschen. Ich bin eine absolute Nachteule, nachmittags hingegen habe ich ein kleines Down. Durch meine Selbstständigkeit kann ich darauf eingehen, bis spät in die Nacht arbeiten und mittags statt mich mit dem ein oder anderen Kaffee zwanghaft wach zu halten, einfach eine Stunde mit meinem Hund durch die Wälder streifen und entspannen.

Nochmal zum Anfang: Was waren deine ersten Schritte? Wie bist Du deinem Herzensprojekt nähergekommen?

Das war ein starker Entwicklungsprozess. Gestartet habe ich als klassischer Freelancer, was auch immer noch zu meinen Tätigkeiten zählt. Mit der Zeit kamen dann die speziellen Angebote für Selbstständige und Gründer hinzu. Demnächst wird es eine Seminarreihe für Unternehmen geben. Anfangs hatte ich davon noch keine Ahnung. Mir war aber von Beginn an klar, dass ich einen Kanal bräuchte, der mir dabei hilft meine Kunden zu erreichen. Daher habe ich früh mit klassischem Content Marketing gestartet. Meinen Blog bespiele ich bis heute regelmäßig und informiere über meine Businessthemen: PR, Pressearbeit und Social Media. Das Bloggen über PR hat mich meinem Thema auch nochmal ein Stück nähergebracht, denn man liest viel, hält sich auf dem Laufenden und tauscht sich mit Kollegen aus.

Gab es Herausforderungen, denen Du dich bei der Gründung deines Unternehmens stellen musstest? Wie hast Du es geschafft, diese zu bewältigen?

Herausforderungen gibt es jeden Tag. Als Gründerin ist man erstmal eine One-Woman-Show und hält alle Zügel in der Hand. Da kommen immer mal wieder kleinere oder größere Stolpersteine, die es zu überwinden gilt. Für mich war anfangs tatsächlich das Implementieren von Workflows am schwierigsten. Darauf lege ich auch heute noch sehr viel wert, da diese festen Prozesse meinen Kunden und mir Planungssicherheit und einen besseren Überblick bieten.

Wie arbeitsintensiv war die erste Zeit nach der Gründung deines Unternehmens? Hast Du Tipps dafür, wie man trotz vieler To Dos nicht den Überblick und die Motivation verliert?

Ich habe anfangs schon sehr viel gearbeitet. Allerdings ist das bis heute so. Im Vergleich zum Angestelltenverhältnis arbeite ich viel mehr Stunden. Aber es macht mir auch viel mehr Spaß. Mein größter Tipp um im Wust der Gründungs-To-Dos nicht unter zu gehen ist klare Priorisierung und sich nicht zu viel vor zu nehmen. Gerade letzteres passiert anfangs gerne mal. Dann sollte man ehrlich reflektieren, ob es daran lag, dass es zu viel war oder dass man nicht wirklich konzentriert gearbeitet hat. Am Ergebnis sollte man dann weiteres ableiten.


Als Gründerin war ich von Beginn an erst einmal eine One-Woman-Show und halte alle Zügel selbst in der Hand. Das bringt Stolpersteine mit sich.

Lena Wingen


Apropos Motivation: Wie schaffst Du es, dich immer wieder zu motivieren? Wer oder was motiviert dich? Hast Du vielleicht sogar ein Idol?

Ich mag meine Arbeit. Ich freue mich tagtäglich auf meine Aufgaben. Falls mir dann doch mal die Motivation ausgeht, denke ich an meine Vision. Die zieht mich immer wieder hoch. Schön ist es auch daran zu denken, was man bisher alles erreicht hat. Das hilft mir besonders, wenn ich mal wieder in die Falle des Vergleichs tappe.

Hast Du jemals an dir oder deiner Idee gezweifelt? Wie bist Du damit umgegangen?

Ich bin schon mit einigen Ideen auf die Nase gefallen und natürlich hat man da auch schon mal an sich gezweifelt. Ich denke es ist wichtig zu ergründen, woher diese Zweifel kamen. An dieser Stelle sollte man ansetzten und eine Veränderung bewirken. Selbstreflektion und das Zulassen von Zweifeln gehören für mich zu einer gelungenen Gründung dazu.

Welche Tipps würdest Du jungen Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Gerade anfangs ist es wichtig einfach mal ins Tun zu kommen. Ein grober Plan reicht. Man kann alles zerdenken und verpasst damit einige Möglichkeiten.

Gibt es etwas, das Du jetzt anders machen würdest, nachdem Du an Erfahrung dazugewonnen hast?

Ich würde versuchen nicht alles bis ins kleinste Detail zu planen und ich würde versuchen schneller und energischer an ein paar Stellen zu agieren. Das sind jedoch Erfahrungswerte, die ich jetzt habe. Ohne das Wissen würde ich es vermutlich genauso machen, wie ich es in der Vergangenheit getan habe. 

Wenn die Frage im Raum stehen würde: Würdest Du noch einmal gründen?

Auf jeden Fall! Ich liebe es mein eigener Chef zu sein. Die Möglichkeiten sind schier unmöglich und das ist ein unglaubliches Gefühl.

Zum Abschluss: Hast du ein Lieblingsbuch? Was ist dein absolutes Must-Read für alle, die sich selbstständig machen möchten?

Ein konkretes Lieblingsbuch zur Gründung habe ich nicht. Meistens lese ich Fachliteratur im Bereich PR, Social Media oder Content Marketing. Sehr gerne habe ich aber „Known“ von Mark W. Schaefer gelesen. Hier gibt’s eine wissenschaftliche Untersuchung warum mache Personal Brands besser funktionieren als andere. Schaefer arbeitet das Thema sehr unterhaltsam und mit vielen Beispielen auf.


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